Sonntag, 7. Oktober 2012
Mascote da Copa - mit ihm fängt der Rummel an
Mit "Mascote da Copa" ist das "Maskottchen der Fußball-Weltmeisterschaft" und zwar der im Jahr 2014 in Brasilien stattfindenden gemeint. Statt "mascote" verwenden die Brasilianer auch das Wort "boneco", was "Puppe oder Hampelmann" bedeutet. Das Maskottchen ist ein symbolisiertes Gürteltier mit einem Ball in der Hand und wird deshalb auch als "Tatu-Bola" bezeichnet. "Tatu" steht für Gürteltier, "bola" für "Ball". Einen Namen hat das Maskottchen noch nicht. Zur Zeit steht ein aufgeblasenes Exemplar an einer der Hauptstraßen Brasilias und soll die Brasilianer/innen zur Namensfindung anregen. Heißer Favorit ist das Wort "Amijubi", eine Zusammenfassung aus "amizade" (Freundschaft) und "jubilo" (Jubel). "Jubi" ist aber auch das Wort in der Guarani-Sprache für "gelb", der dominierenden Farbe des Maskottchens.
Donnerstag, 4. Oktober 2012
Santinhos - politische Heiligenverehrung
"Santinhos" erklärt mir Wikipedia portugiesisch "sind kleine gedruckte Kärtchen, die katholische Devotionalien abbilden. Sie werden in Massen produziert und dienen dem Gebrauch der Gläubigen". Das gibt es bei uns auch und nennt sich "Heiligenbildchen". In Brasilien steht der Begriff aber auch für eine politische Aktion. Auf diesen Kärtchen wird nämlich Wahlpropaganda betrieben. Kurz vor dem Urnengang bekommt der Wähler noch einen "santinho" eines Kandidaten in die Hand gedrückt, damit er weiss auf welcher Liste er welchen Kandidaten anzukreuzen hat.
Montag, 24. September 2012
Ohne ONS wird Brasilien energielos
Die Abkürzung "ONS" steht für "Operador Nacional do Sistema Elétrico" und bedeutet "Nationaler Betreiber des Elektrizitätssystems". Das "national" bezieht sich hier auf Brasilien. Im brasilianischen Nordosten kam es gestern Nachmittag zu einem flächendeckenden Stromausfall, auf portugiesische auch "queda de energia" (Energieausfall) genannt. Manchmal wird auch das englische für den brasilianischen Gebrauch zurecht gebogene Wort "blecaute" (Blackout) benutzt. Das ONS hat jetzt alle Hände voll zu tun, um zu erklären, warum es zu diesem Zusammenbruch kam.
Montag, 17. September 2012
Plano Diretor Municipal - wenn Gemeinden vorausschauend denken
Beim "Plano Diretor Municipal (PDM)" handelt es sich um einen "Flächennutzungsplan", den eine "Gemeinde" (municipio) aufstellt. In ihm wird die Organisation der Gemeindefläche festgelegt und deren Nutzung definiert. In Brasilien steht zur Zeit besonders der "Plano Diretor" der Großstadt São Paulo aus dem Jahre 2002 zur Diskussion. Beim 10-jährigen Jubiläum wird er von Kritikern als "criança maltratada" (misshandeltes Kind) beschrieben. São Paulo hat jetzt 11,3 Millionen Einwohner, 900.000 mehr als zu Beginn des Jahrhunderts.
Sonntag, 19. August 2012
Lei Maria da Penha - Frauen können sich jetzt wehren
Es handelt sich hier um ein Gesetz ("lei"), das nach einem Institut benannt wurde. Es handelt sich um das "Instituto Maria da Penha". Übersetzt heißt es somit "Maria da Penha-Gesetz". Das Institut Maria da Penha hat es sich zur Aufgabe gemacht, Projekte zum Schutz der Frauen zu entwickeln. Das nach ihm benannte Gesetz ist ein Gesetz zu Bekämpfung der "violência doméstica e familiar" (häuslichen und familiären Gewalt). Ihr Ziel ist die Eliminierung (Eliminação) aller Formen der Diskriminierung (Discriminação) gegen die Frauen (mulheres).
Mittwoch, 11. Juli 2012
Tabela Fipe - die brasilianische Schwacke-Liste
Die "Tabela", die "Tabelle", "Fipe" stellt die Durchschnittspreise für Gebrauchtwagen auf dem brasilianischen Fahrzeugmarkt dar. "Fipe" ist eine Abkürzung für "Fundação Instituto de Pesquisas Econômicas" und bedeutet "Stiftung Institut für Wirtschaftsstudien". Brasilianische Gebrauchtwagenkäufer tun gut daran, sich vor dem Einkauf oder Verkauf an dieser Liste zu orientieren. Auch Behörden benutzen die Fipe-Tabelle für die Berechnung der Steuern auf Gebrauchtfahrzeuge.
Webseite der Fipe-Tabelle
Webseite der Fipe-Tabelle
Donnerstag, 5. Juli 2012
Ecodesenvolvimento - wünschenswerte Entwicklung
Das Wort "Ecodesenvolvimento" hatte im Zusammenhang mit der kürzlich in Rio stattgefundenen Konferenz der UNO über nachhaltige Entwicklung (Rio+20) in Brasilien Hochkonjunktur. Es bedeute "Öko-Entwicklung" oder vielleicht auch besser übersetzt "ökologische Entwicklung". Dazu gibt es eine eigene brasilianische Webseite, die sich EcoDesenvolvimento.org nennt. Sie kürzt sich selbst EcoD ab und bietet eine "Online-Kommunikationsplattform" (uma plataforma de comunicação on-line) speziell für Themen der "Nachhaltigkeit" (sustentabilidade).
Donnerstag, 31. Mai 2012
Selic - eine wichtige Größe in der brasilianischen Wirtschaft
Beim "Selic" handelt es sich um eine Abkürzung für "Sistema Especial de Liquidação e de Custódia". Übersetzt bedeutet das "Spezielles System für Liquidität und Verwahrung". Es handelt sich dabei um ein elektronisch verwaltetes System zu Verwahrung von Staatstiteln, den "escriturais de emissão do Tesouro Nacional", wobei "Tesouro Nacional" für den "nationalen Schatz" steht. Aus dem "Selic" wird der Basiszins, die "taxa básica de juros" berechnet, der ein wichtiges Kennzeichen für die Entwicklung der Sparrendite (rendimento da poupança) ist. Deshalb erscheint der Begriff "Selic" häufig in den brasilianischen Medien.
Freitag, 25. Mai 2012
Mais alimentos - gegen den Hunger
Bei "Mais Alimentos" handelt es sich um ein Förderprogramm der "Secretaria da Agricultura Familiar" (Sekretariat für familiäre Landwirtschaft) des "Ministério do Desenvolvimento Agrário" (Ministeriums für landwirtschaftliche Entwicklung). Der Begriff "Mais Alimentos" bedeutet "mehr Lebensmittel". Mit dem Programm soll in die ländliche Eigentumsinfrastruktur investiert werden und damit die notwendigen Bedingungen für eine Erhöhung der Produktion in der familiären Landwirtschaft, der "agricultura familiar", geschaffen werden. Dafür werden Kredite bis zu einer Höhe von R$ 130.000 (ca. 50.000 Euro) gewährt, die innerhalb von 10 Jahren abgezahlt werden müssen.
Webseite des Programm "Mais Alimentos"
Webseite des Programm "Mais Alimentos"
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