Dienstag, 1. September 2020

TIG - terra, indio, garimpo

Die Abkürzung TIG ist eine Erfindung des Generals Mourão, zur Zeit brasilianischer Vizepräsident, für die Wörter "terra, indio, garimpo". Bei "terra" geht es um Grund und Boden, mit "indio" sind die indigenen Völker des Amazonas gemeint und "garimpo" steht für den Bergbau. Mourão und das Militär haben inzwischen die Zuständigkeit für die Politik im Amazonas-Gebiet und er will sich das Leben leichter machen, indem er statt 3 Wörter eine Abkürzung benutzt.

Samstag, 20. Juni 2020

Laranja - hier geht es nicht nur um eine beliebte Frucht

"Laranja" ist eine "Orange". Der Name der saftigen Frucht taucht aber auch noch in einem anderen Zusammenhang auf, dann ist mit "Laranja" eine Person gemeint, die bei Betrug und verdächtigen Geschäften als Vermittler handelt. Der Begriff scheint spezifisch brasilianisch zu sein. Er taucht zur Zeit vermehrt in den brasilianischen Medien auf im Zusammenhang mit dem Sohn des Staatspräsidenten Bolsonaro, Flavio Bolsonaro, dem ein tief in die kriminellen Milizen von Rio verwickelter Mann, der inzwischen nach Flucht verhaftet wurde,  als eine solche "laranja" zur Abwicklung betrügerischer Geschäfte dienlich war.

Hier ein 2 Schlagzeilen dazu:
Laranja do filho de Bolsonaro pagou até mulher do pai
(Betrügerischer Vermittler des Sohnes von Bolsonaro bezahlte sogar die Ehefrau seines Vaters)
Laranja da família Bolsonaro foi homenageado por ela
(Betrügerischer Vermittler der Familie Bolsonaro wurde von dieser geehrt)

Mittwoch, 1. April 2020

Isolamento domiciliar - Brasilien im Kampf gegen den Virus

Die brasilianische Regierung macht die Bevölkerung auf Regeln zur Bekämpfung des "Coronavírus" aufmerksam. Unter anderem wird darauf aufmerksam gemacht, dass infizierte Personen mit Atemproblemen (sintomas respiratórios) das Virus weitergeben können. Betroffene sollen dann nicht in das Krankenhaus gehen, sondern zu Hause bleiben und sich selbst isolieren. Das wird dann "isolamento domiciliar" genannt.

Sonntag, 1. Dezember 2019

Jogos de azar - Glücksspiele nicht gegen die Evangelikalen

In Brasilien ist ein Gesetz in Vorbereitung, das "jogos de azar", (Glücksspiele) erlauben soll. Das würde die Einrichtung von Casinos erlauben. Die Fraktion der Evangelikalen (Bancada evangélica) im Parlament ist strikt dagegen.  Bolsonaro, der vor allem mit Hilfe der Evangelikalen zum Staatspräsidenten gewählt wurde, eiert herum. Auf der einen Seite ist er für die Freigabe, auf der anderen Seite will er es mit seiner evangelikalen Anhängerschaft nicht verderben.

Donnerstag, 21. Februar 2019

Crimes de caixa dois - scheinbar beliebt in Brasilien

Mit "crime" sind "Verbrechen gemeint und "caixa dois" ist die "Kasse Nr. 2". Es geht also um Verbrechen im "Zusammenhang mit der 2. Kasse" in Wirtschaft und Politik. Wir würden diese Kassen als "schwarze Kassen" bezeichnen. Im europäischen Portugiesisch soll der Begriff auf "saco azul" (blauer Sack) lauten. In der 2. Kasse befinden sich Geldmittel, die in der offiziellen Buchhaltung nicht auftauchen und verschleiert werden, damit die Kontrollbehörden sie nicht überwachen können. Die neue brasilianische Regierung will jetzt diese Methode nicht wie bisher als Korruption, sondern als Verbrechen behandeln, wenn aus diesen Kassen Wahlkämpfe finanziert werden.

Donnerstag, 7. Februar 2019

CAPS - forschrittlich bei der Behandlung psychischer Erkrankungen

"CAPS" ist die Abkürzung für "CENTRO DE ATENÇÃO PSICOSSOCIAL" und bedeutet übersetzt "Zentrum für psychosoziale Behandlung". Die Einrichtung dieser Zentren war ein Fortschritt in der Behandlung psychisch erkrankter Menschen in Brasilien. Sie wurden nicht mehr überwiegend in psychiatrischen Krankenhäusern untergebracht, sondern ihnen wurde durch eine ambulante Betreuung in den CAPS ein Leben außerhalb geschlossener Anstalten ermöglicht. Die neue Regierung Bolsonaro möchte jetzt das Rad wieder zurückdrehen und psychisch erkrankte Personen hauptsächlich in psychiatrischen Anstalten unterbringen.

Montag, 21. Januar 2019

Esquema Queiroz - präsidentielle Verbindungen in die Unterwelt

Kaum ist er im Amt des Präsidenten, hat der vermeintliche Saubermann Bolsonaro auch schon Probleme in einem Korruptionsfall. Im Mittelpunkt steht sein Sohn Flávio Bolsonaro, der bei den letzten Wahlen zum Senator gewählt wurde und der jetzt im Mittelpunkt eines Skandals um seinen Ex-Chauffeur Fabrício Queiroz steht. Queiroz ist in dunkle Immobiliengeschäfte verwickelt und soll dabei von Bolsonaro gedeckt worden sei. Des weiteren soll er Verbindungen zu den kriminellen Milizen von Rio de Janeiro haben. Der Komplex wird deswegen "Esquema Queiroz" genannt, wörtlich übersetzt "Schema Queiroz", womit man ein kriminelles System, das jetzt gerichtlich untersucht werden soll, meint.

Mittwoch, 28. November 2018

Escola Livre - Maulkorb für Lehrer

"Escola Livre" bedeutet wörtlich übersetzt "Freie Schule". Gemeint ist damit eine Schule, in der Lehrer keine Wertungen und Meinungen im Unterricht abgeben dürfen. Der brasilianische Bundesstaat Alagoas hat ein entsprechendes Gesetz gegen den Widerstand der Lehrerinnen und Lehrer erlassen. Dagegen wurde geklagt, das Oberste brasilianische Gericht (STF) hat das Gesetz in einer einstweiligen Verfügung aufgehoben und entscheidet in Kürze endgültig, ob diese Gesetz gültig ist.

Montag, 19. März 2018

Tomataço - Protest mit Tomaten

In Brasilien bewerfen Protestierende Politiker und Fußballer, die in Augen ihrer Landsleute des öfteren Versager sind, mit Tomaten. So geschehen eben in Sao Paulo, wo der Richter des Obersten Bundesgerichts, Gilmar Mendes, auf Grund parteiischer Entscheidungen mit einem "tomataço" empfangen. Das heißt, dass er mit Tomaten beworfen wurde. Ein Teilnehmer meinte dazu: "Der Protest war friedlich. Die Tomate tut nicht weh, in Italien ist das Tomatenwerfen sogar ein Fest. Aber die Geduld des Volkes geht zu Ende".