Montag, 21. Januar 2019
Esquema Queiroz - präsidentielle Verbindungen in die Unterwelt
Kaum ist er im Amt des Präsidenten, hat der vermeintliche Saubermann Bolsonaro auch schon Probleme in einem Korruptionsfall. Im Mittelpunkt steht sein Sohn Flávio Bolsonaro, der bei den letzten Wahlen zum Senator gewählt wurde und der jetzt im Mittelpunkt eines Skandals um seinen Ex-Chauffeur Fabrício Queiroz steht. Queiroz ist in dunkle Immobiliengeschäfte verwickelt und soll dabei von Bolsonaro gedeckt worden sei. Des weiteren soll er Verbindungen zu den kriminellen Milizen von Rio de Janeiro haben. Der Komplex wird deswegen "Esquema Queiroz" genannt, wörtlich übersetzt "Schema Queiroz", womit man ein kriminelles System, das jetzt gerichtlich untersucht werden soll, meint.
Mittwoch, 28. November 2018
Escola Livre - Maulkorb für Lehrer
"Escola Livre" bedeutet wörtlich übersetzt "Freie Schule". Gemeint ist damit eine Schule, in der Lehrer keine Wertungen und Meinungen im Unterricht abgeben dürfen. Der brasilianische Bundesstaat Alagoas hat ein entsprechendes Gesetz gegen den Widerstand der Lehrerinnen und Lehrer erlassen. Dagegen wurde geklagt, das Oberste brasilianische Gericht (STF) hat das Gesetz in einer einstweiligen Verfügung aufgehoben und entscheidet in Kürze endgültig, ob diese Gesetz gültig ist.
Montag, 19. März 2018
Tomataço - Protest mit Tomaten
In Brasilien bewerfen Protestierende Politiker und Fußballer, die in Augen ihrer Landsleute des öfteren Versager sind, mit Tomaten. So geschehen eben in Sao Paulo, wo der Richter des Obersten Bundesgerichts, Gilmar Mendes, auf Grund parteiischer Entscheidungen mit einem "tomataço" empfangen. Das heißt, dass er mit Tomaten beworfen wurde. Ein Teilnehmer meinte dazu: "Der Protest war friedlich. Die Tomate tut nicht weh, in Italien ist das Tomatenwerfen sogar ein Fest. Aber die Geduld des Volkes geht zu Ende".
Freitag, 17. November 2017
Propinoduto - hier fließt das kriminelle Trinkgeld
Das portugiesische Wort "propina" habe ich bereits vorgestellt. "Propina" ist Trinkgeld. Bestechungsgeld nennt man in Brasilien euphemistisch auch "propina". Es gibt mehrere Skandale in diesem Land, bei dem das "propina" in Strömen geflossen ist. Deshalb hat der Volksmund wohl das Wort "propinoduto" erfunden, das elegant das Wort "aqueduto" (Aquädukt), also der Wasserzufuhr über Kanäle, mit dem Wort "propina" verbindet.
In Rio de Janeiro gibt es zur Zeit einen "Escândalo do Propinoduto", wobei das Wort "escândalo" leicht zu erraten "Skandal" bedeutet. In diesem Fall waren Politiker und Staatsbedienstete des Bundesstaates in einen Bestechungsskandal verwickelt, beim dem das Bestechungsgeld wohl reichlich floss.
In Rio de Janeiro gibt es zur Zeit einen "Escândalo do Propinoduto", wobei das Wort "escândalo" leicht zu erraten "Skandal" bedeutet. In diesem Fall waren Politiker und Staatsbedienstete des Bundesstaates in einen Bestechungsskandal verwickelt, beim dem das Bestechungsgeld wohl reichlich floss.
Samstag, 21. Oktober 2017
Ração humana - seltsame Hungerbekämpfung
"Ração humana" scheint eine neue Wortschöpfung zu sein, die aus Sao Paulo stammt. Eigentlich heißt das wörtlich übersetzt "menschliche Ration". Hört sich rätselhaft an. Es geht um Ernährung. Seit neuestem leiden viele Brasilianer wieder Hunger und die Stadtverwaltung von Sao Paulo hat deshalb ein neues Gebäck -zumindest verstehe ich das so - kreiert, das bei der Hungerbekämpfung helfen soll. Es soll etwas mit "farinata" (farina = Mehl) zu tun haben. Es wird erklärt es handle sich um ein "granulado nutritivo", was ich mit "Granulat mit Ernährungswert" übersetzen würde, das man den Hauptspeisen beifügen könne. Brasilianische Ernährungswissenschaftler halten von dieser Art der Hungerbekämpfung aber gar nichts.
Dienstag, 25. April 2017
Reforma da Previdência - das brasilianische Rentenproblem
"Reforma" ist - leicht zu erraten - eine "Reform". Unter "Previdencia" versteht man "Rentenversicherung". Die Reform der Rentenversicherung ist zur Zeit das große Thema in Brasilien. Die Regierung will die Zuschüsse zur Rentenversicherung streichen. Die derzeitige Regierung behauptet, dass ohne die Reform Brasilien in Kürze kein Geld mehr habe, um die Gehälter der Staatsbeschäftigten, der Rentner und Sozialhilfeempfänger zu bezahlen.
Sonntag, 2. April 2017
Grileiro - ein typisch brasilianisches Phänomen
Als "Grileiro" wird in Brasilien ein Mensch bezeichnet, der Dokumente fälscht, um illegal in den Besitz von Grund und Boden das dem Staat oder Dritten gehört zu kommen. Das was der "grileiro" da tut wird "grilagem" genannt, was man mit "Landraub" übersetzen kann. Diese Methode ist in Brasilien sehr beliebt und einige haben sich damit erheblich bereichert. Sehr beliebt ist es, Territorien Indigener auf diese Art zu stehlen. Das brasilianische Agrarbusiness ist tief in diese kriminellen Machenschaften verstrickt, kann aber auf ausreichend politische Unterstützung hoffen, um dafür nicht zur Rechenschaft gezogen zu werden.
Mittwoch, 15. März 2017
Departamento de propinas - die Spezialabteilung der Baufirma Odebrecht
Unter "propina" versteht man in Brasilien Trinkgeld. Im großen Umfang getätigt wird dann "propina" aber zu einer Schmiergeldzahlung. In Brasilien gibt es ja die Neigung manche schlimmen Sachen zu verniedlichen, insofern ist die Verwendung von "propina" verständlich. Zur Zeit gibt es einen Skandal um die Baufirma Odebrecht, die massenhaft Politiker in Brasilien und Südamerika bestochen hat, um an lukrative Aufträge zu kommen. Jetzt ist herausgekommen, dass Odebrecht ein eigenes "departamento de propinas" unterhalten hat, was man, um bei der Verniedlichung zu bleiben, als "Trinkgeldabteilung" übersetzen könnte. Tatsächlich war es aber die Abteilung für Korruptionszahlungen.
Mittwoch, 1. Februar 2017
Pichadores, muralistas, grafiteiros - Kunst, die aus dem Rahmen fällt
Unter "pichador" auch "pixador" geschrieben, versteht man wohl - die Wörterbücher sind noch schweigsam zu diesem Begriff - einen Menschen, der Wände mit in der Regel politischen Parolen beschreibt. Ein "muralista" neigt eher zum Bemalen öffentlicher Flächen, während der "gafiteiro" inzwischen als Grafittikünstler sich ein gewisses Renomée verschafft hat. Die Stadt São Paulo hat inzwischen den "pichadores" den Kampf angesagt, die poltischen Parolen passen dem neuen Oberbürgermeister der Stadt nicht. Die Strafen sollen deshalb verschärft werden.
"Muralistas" und "grafiteiros" will man dagegen weiterhin gewähren lassen.
"Muralistas" und "grafiteiros" will man dagegen weiterhin gewähren lassen.
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